Seit Anfang August 2026 weist das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in mehreren Bundesländern das neu eingeschleppte Shamonda-Virus/DE/2026 nach. Zunächst wurde das Virus, das zur Simbu-Serogruppe der Orthobunyaviren gehört, ausschließlich bei Rindern gefunden. Am 31. August 2026 hat das FLI erstmals Infektionen bei einem Pferd und bei Alpakas bestätigt. Nachweise gibt es außerdem aus den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich.
Das Virus wird — ähnlich wie die Erreger der Blauzungenkrankheit und des Schmallenberg-Virus — durch blutsaugende Gnitzen (Culicoides) übertragen. Die Gnitzensaison in Deutschland läuft witterungsabhängig noch bis etwa Ende November.
Beim Pferd wird das Shamonda-Virus derzeit vor allem im Zusammenhang mit Symptomen des zentralen Nervensystems (Ataxie, Bewegungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten) abgeklärt. Bei tragenden Tieren ist bisher nicht abschließend geklärt, ob Infektionen — wie beim Schmallenberg-Virus — zu Schäden am Fetus, Aborten oder missgebildeten Fohlen führen können. Diese Möglichkeit sollte nicht ausgeschlossen werden.
Wichtig für die Einordnung: Shamonda-Viren gelten nach heutigem Kenntnisstand nicht als Zoonoseerreger; ein Risiko für Menschen besteht nicht.
Was wir Züchtern und Haltern empfehlen:
Achten Sie in den kommenden Wochen besonders auf ungewöhnliche neurologische Symptomatik bei euren Pferden sowie auf Aborte, Totgeburten oder Fehlbildungen bei Fohlen. Bei entsprechenden Auffälligkeiten informiert bitte umgehend eure Tierärztin oder euren Tierarzt und meldet den Fall dem zuständigen Veterinäramt. Die amtliche Abklärungsuntersuchung erfolgt zentral durch das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB). Von direkten Probeneinsendungen an das FLI ist ausdrücklich abzusehen — der Weg führt immer über den Tierarzt und das Veterinäramt.
Ein aktiver Handlungsbedarf für symptomfreie Bestände besteht derzeit nicht. Aufmerksamkeit und die frühzeitige Meldung von Verdachtsfällen sind die wichtigste Unterstützung, damit die Verbreitung des Virus zuverlässig eingegrenzt werden kann.
Weitere Informationen: FLI — Shamonda-Virus
